Die neue Weltordnung


Der Aufstieg der Konzerne

Statistiken, die im Jahr 2000 veröffentlicht wurden, zeigen, daß zu den 100 größten wirtschaftlichen Einheiten der Welt 51 Konzerne und nur 49 Länder zählen. Die 200 größten Konzerne der Welt sind des weiteren für 25 Prozent der globalen Wirtschaftsaktivität verantwortlich, stellen aber weniger als ein Prozent der Arbeitskräfte an.

Nationale Regierungen haben ihre Kontrolle über die Welt verloren. Der totale Umsatz der 200 größten Konzerne war höher als die gemeinsame Wirtschaftsaktivität von 182 Ländern. Diese 200 Konzerne haben jedoch die überschritt die Arbeitsbedingungen in den Ländern in denen sie soviel Macht haben, keinesfalls verbessert. In den letzten Jahren waren diese 200 größten Firmen Netto-Arbeitsplatzzerstörer.

Zwischen 1980 und 1992 hat sich der Wert der Anlegen der 500 größten Konzerne in den USA um 227% erhöht. Während der selben Zeit ist die Anzahl ihrer Angestellten um 28% gefallen.

In den 1970ern, der letzten Blüte des politischen Denkens im Westen, wollte kein Konzern als zu mächtig gesehen werden, aber der Aufstieg von Ronald Reagan und Margaret Thatcher hat dies geändert. In den 1980ern war Geiz gut und Gewissen für Schwächlinge.

Die konservative, britische Regierung betrieb eine aggressive Politik der Privatisierung von Industrien im Staatsbesitz. Diese frisch privatisierten Firmen waren, entsprechend den gängigen wirtschaftspolitischen Schlagwörtern der Zeit, „freigesetzt“ worden. In Wirklichkeit war jedoch etwas viel bedrohlicheres im Gange.

Mächtige Konzerne haben jetzt beispiellose Kontrolle über die Länder in denen sie operieren. Der totale Umsatz der drei weltgrößten Tabakfirmen: Japan Tobacco, Philip Morris/Altria und BAT war im Jahr 2002 größer als das gemeinsame Brutto-Nationalprodukt von 27 Entwicklungsländern.

Arme Länder sind nicht in der Lage, Angebote abzulehnen, wenn Arbeitsplätze, Einkommen, Exporte und Fremdwährung in Aussicht gestellt werden, und wenn die multinationalen Firmen Kleinbauern Darlehen für Dünger und Insektizide geben, die sie danach in einem Schuldenkreislauf gefangen halten.

Viele Busch-Unterstützer, wie etwa Carl Rove, (?) sind mit Philip Morris verbunden. Carl Rove war einer der vielen von Busch-Nominierten, die Aktien in Enron hatten, der Firma, die dann den größten aller Konzernskandale verursachte. Als Busch am 20. Januar 2001 als der 43. Präsident der Vereinigten Staaten eingeschworen wurde, war Carl Rove gerade dabei, zwischen 100 000 und 250 000 Dollar seines Bestandes an Enron-Aktien zu verkaufen.

Die Verbindung zwischen der Busch-Regierung und Konzernkorruption geht lange Zeit zurück. Enron und seine Direktoren erbrachten die größte Einzelspende für den Wahlkampf des Texas-Gouverneurs George W Bush. Enron-Chef Kenneth Lay war auch ein Mitglied der „Pioniere“ - d.h. jemand der 100 000 Dollar für den Wahlkampf beitrug.

Im Februar 2005 war die in Ungnade gefallene Energiefirma wieder im Rampenlicht. Der Enron-Bankrott war der größte Konzernskandal unserer Zeit. Er war in der Tat der größte Konzernbankrott der Geschichte. Zur Zeit des endgültigen Zusammenbruchs war die Firma eine der zehn größten in Amerika, bekannt dafür alles zu verkaufen und nichts zu besitzen.

Jede Hoffnung, daß dieser Schock Amerika auf den Pfad der Rechtschaffenheit führen würde, war zum Scheitern verurteilt.

Weitere Vorstandsskandale wurden bekannt, wie zum Beispiel AOL Time-Warner, Merck, Bristol-Myers Squibb, Taico International, Geschäftsführer, Dennis Kozlowski.

Wie alle britischen Fußballfans ja wissen, ist der neue Besitzer von Chelsea FC Roman Abramovitch , der wegen seiner Anteile in Sibneft und Russian Aluminium der zweitreichste Mann der früheren Sowjetunion ist. Sein Reichtum wird nur noch von Michail Khodorkovsky , dem Eigentümer der Yukos Gruppe, in den Schatten gestellt (er sitzt derzeit wegen Betrug im Gefängnis).

Die größten Konzerne der Welt reduzieren nicht nur ihr Personal, ihre Geschäftsführer erhalten oft finanzielle Begünstigungen für die Reduktion der Arbeitsplätze. Unter den 200 weltgrößten Firmen sind 59 US-Firmen, und von diesen entließen im Jahr 1995 neun wenigstens 3 000 Arbeiter: AT&T, Boeing, Lockheed-Martin, Belsouth, Kemart, Chase Manhatten, GTE, Mobil und Texaco.

Die New Yorker Zeitung "Village Voice" schrieb am 5 Mai 2003: „Das Hauptinstrument der USA in Irak ist nicht das Pentagon, die US Agentur für Internationale Entwicklung oder die Armeeingenieure, sondern die Bechtel Gruppe“. Die gigantische Ingenieurfirma erhielt einen Auftrag im Wert von über 680 Millionen Dollar, welcher der Firma eine führende Position beim Aufbau des Irak sicherte. Es wird geschätzt, daß dieses Projekt insgesamt etwa 100 Milliarden Dollar kosten könnte.

Bechtel ist eine mächtige Organisation, und hat auch mächtige Freunde innerhalb und außerhalb der Regierung. Riley Bechtel, (?) , der Vorstandsvorsitzende der Firma, ist Mitglied des Exportkomitees des Präsidenten. Sowohl Ronald Reagans Verteidigungsminister Caspar Weinberger und Reagans Außenminister George Schultz (?) arbeiteten für Bechtel. Schultz ist derzeit einer der Direktoren.

Der Krieg hat Herausforderungen für Halliburton und Bechtel geschaffen. Am 4. April 2005 berichtete Peter Elking im Magazin „Forbes“, daß Bundesrichter untersuchten, wie Halliburton US-Sanktionen gegen Geschäfte mit dem Iran umgangen hat.

Nach Angaben auf der Website www.halliburtonwatch.org, veranlaßte das US-Justizministerium am 11. Juni 2004 die Untersuchung einer Bestechungsaffäre, in der Halliburton während der Amtszeit von Cheney als Geschäftsführer angeblich 180 Millionen Dollar an die Regierung von Nigeria gezahlt haben soll, um einen Auftrag für eine Erdgasanlage im Wert von 4 Milliarden Dollar zu erhalten. Zusätzlich begann das FBI die Untersuchung eines Armeeauftrages im Wert von 7 Milliarden Dollar für die Bekämpfung von Feuern bei Ölquellen im Irak.

Auch in Großbritannien wurde das Vertrauen der Anleger durch Skandale erschüttert, wie etwa dem Irak-Waffenskandal, in dem britische Waffenfirmen vor Gericht gebracht wurden, weil sie versuchten, mit stillschweigendem Einvernehmen der Regierung Waffen aus dem Land zu schmuggeln.

Ein possenhafter Zwischenfall war das große „Dom-Fiaksko“. Der Dom sollte einen Ausblick auf das neue Jahr und das neue Jahrtausend geben. Tony Blairs Regierung hatte riesige Summen in den Dom investiert, und Dom-Minister Peter Mandelson hatte ihn als eine der charakteristischen Errungenschaften der ersten Legislaturperiode der Blair-Regierung bezeichnet.

Die BBC berichtete des weiteren, daß fünf Biotechnologiefirmen zusammen 69% der erteilten Patente für Reis, Weizen, Mais, Soja und Sorgum halten. Dies sind: Aventis, Dow, DuPont, Mitsui, Monsanto und Syngenta. Diese essentiellen Kulturpflanzen sind für nahezu zwei Drittel der globalen Nahrungsmittelversorgung verantwortlich.

Regieren die Großkonzerne die Welt? Globalisierung wird zunehmend der Motor, der die Welt antreibt. Im Juni 2005 berichtete die in Großbritannien ansässige New Economics Foundation, daß „vier von zehn britischen Einkaufsstraßen ‚Clownstädte’ sind, die aus Filialen von Ladenketten bestehen und keinerlei regionale oder lokale Identität besitzen... Die Individualität der Geschäfte in Einkaufsstraßen wurde durch eine einfarbige Reihe von globalen und nationalen Ladenketten ersetzt.“ Viele Städte wurden zu Plätzen die man leicht mit Dutzenden anderen, farblosen Stadtzentren im Land verwechseln kann. Solange jedoch die Kassen bei Boots, W H Smith und Gap klingeln, brauchen sich die Bosse um ihre Arbeitsplätze keine Sorgen machen.

Große Firmen, die zumindest in Großbritannien gesetzlich verpflichtet sind, den Wert der Aktien und die Profite zu maximieren, schließen enge Partnerschaften mit der Regierung und suchen sie zu beeinflussen, obwohl es ja die Pflicht der Regierung ist, die Bevölkerung zu schützen.

Der britische Schriftsteller George Monbiot erwähnt eine Firmenspende bei einer Konferenz der Labour Party im Jahr 2004. Tesco finanzierte die Getränke für die Eröffnungsparty während die Finanzierungsfirma Bloomberg die Getränkerechnung für einen sogenannten „internen Empfang“ beglich.

Monbiot zeigte auch, wie „die Bereitstellung von Straßen und Hospitälern in Großbritannien absichtlich so strukturiert wurde, daß sie mehr den Bedarf der Konzerne als den Bedarf der Bevölkerung in Betracht zieht.“ Er führte aus, daß „Bauberechtigungen für Stadterneuerungsprojekte dem höchsten Anbieter offenstehen, und daß die Supermärkte dies rücksichtslos ausnutzen um Wettbewerb zu unterdrücken und ihren Markt zu kontrollieren.“ Er diskutierte auch die Übernahme von Großbritanniens Universitäten durch Konzerne und die resultierenden Verzerrungen von Forschungs- und Lehrinhalten.

Hier ist ein Zitat aus dem Buch "Corporation Nation", das von Charles Derber, Professor für Soziologie am Boston College geschrieben wurde:

"Der Aufstieg der Konzerne bezieht sich auf eine geschwächte Form der Demokratie, in welcher die Macht vom Durschnittsamerikaner auf große Institutionen mit schwindender öffentlicher Rechenschaftspflicht übertragen werden. Da die Regierung die öffentliche Meinung immer weniger in Betracht zieht und die Konzerne nahezu keine Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit haben, erwerben die Konzerne zunehmend die Macht des Volkes und handeln als ungewählte Partner der Regierung."

John Pilgers Fernsehdokumentation „Die neuen Herrscher der Welt“ behauptet, daß sie die ungewöhnlichen Anfänge der Globalisierung aufdeckt. Sie begann angeblich in Indonesien mit einem Blutbad. Geschichtsforscher haben inzwischen akzeptiert, daß Suharto in der Mitte der Sechzigerjahre mit einen Blutbad zur Macht kam, aber die Rolle des internationalen Kapitals ist weniger bekannt. Pilger sagt: „Der Film zeigt wie am Vorabend der Machtübernahme Suhartos, die von den Vereinigten Staaten und Großbritannien und einigen der größten Kapitalisten der Welt wie David Rockefeller unterstützt wurde... 1967 ein geheimes Treffen in Genf abgehalten wurde, in dem Suhartos Minister Rockefeller und mehreren Vertretern der Carnegie Foundation und der Großbanken gegenübersaßen. Hier wurde die gesamte Wirtschaft Indonesiens innerhalb einer Woche neu geplant.".

All dies zeigt nur die Oberfläche einer sehr schmutzigen Brühe.

Ob man den 9/11-Anschlag nun akzeptiert als was er angeblich war, nämlich ein „Terroristenangriff“, oder ob man ihn als eine Katastrophe sieht, die von den Spießgesellen Buschs gebilligt, wenn nicht sogar unterstützt worden war, er hat in jedem Fall eine Atmosphäre der Einschüchterung geschaffen.

Die Medien

Eine weitere Folge des Anschlages vom 11. September und der dadurch geschaffenen Atmosphäre war, daß ausgewogene Berichterstattung verhindert wurde, und dies zog neue Aufmerksamkeit auf den schrumpfenden Medienmarkt.

Im Jahr 1983 kontrollierten fünfzig Konzerne den größten Teil der Medienbetriebe in den USA. Im Jahr 1992 war ihre Zahl auf unter 24 gesunken. Im September 1999 wurde CBS durch Viacom aufgekauft und im Jahr 2001 waren daher noch sechs Konzerne übrig. Im Jahr 2004 waren es nur noch fünf: Warner, Disney, Rupert Murdochs News Corporation, Bertelsmann (Deutschland) und Viacom.

Noch nie war soviel Macht in so wenigen Händen konzentriert.

Wenn irgendwo eine Zeitung oder ein Magazin gelesen wird, oder eine Fernseh- oder Radiostation eingeschaltet wird, die bereitgestellte Information wird immer von wenigen Händen kontrolliert.

Die ersten und flexibelsten Firmen, die sich den Trend zur Globalisation zunutze machten, waren die amerikanischen Medienorganisationen wie Time Warner und CNN. Als Viacom im Jahre 1999 CBS übernahm, machte der Geschäftsführer von Viacom Sumner Redstone , keinerlei Aufwand, seinen Triumph zu verbergen: „Die Schaffung dieses eindrucksvollen Mediengiganten ist das Zeichen einer Zeit des explosiven Wachstums, im Lande und weltweit. Unsere Zukunft kennt keine Grenzen.".

Thomas Middelhoff , der Geschäftsführer von Bertelsmann sagte: "Ich bin ein Amerikaner mit einem deutschen Paß. Wir sind keine Fremden. Wir sind international".

Es war früher nicht akzeptabel, daß eine Medienfirma in einem Land aktiv ist, obwohl sie im Besitz von Aktionären aus einem anderen Land ist. Solch sentimentales Gerede ist jedoch überaltert. Bertelsmann besitzt 15% des amerikanischen Verlags- und Musikmarkts.

Der globale Medienmarkt ist nun unter sieben multinationalen Konzernen aufgeteilt: AOL-Time Warner, Sony, News Corporation, Viacom, Vivendi und Bertelsmann. Nur drei davon kann man wirklich als US-Firmen bezeichnen, und diese kontrollieren das gesamte Studiosystem in Hollywood und alle außer einem der US-Fernsehnetze. Dazu kommt noch die Welt der Bücher und Magazine, der gesamte, oder nahezu der gesamte, globale Fernsehmarkt und ein großer Teil der europäischen, Fernsehstationen - ein wirklich gigantisches Netz der Kontrolle.

Wer profitiert von diesen globalen Medienkonzernen? Lawrence K Grossman, Präsident von NBC von 1984 bis 1988, kommentierte dazu wie folgt: „Nachrichten waren früher ein wichtiges Kernstück eines Rundfunkbetriebes. Heute sind sie nur ein sehr kleiner, relativ unwichtiger Teil in der Bilanz von Time Warner... Nachrichten sind nur ein kleines Element in diesen großen Firmen, und die Prioritäten und das Hauptaugenmerk bewegen sich in eine völlig andere Richtung... Während man nun viel mehr Kanäle einstellen kann, gibt es immer weniger Organisationen die Nachrichten sammeln. Alle Firmen werden von den selben, gemeinsam genutzten Pressediensten versorgt."

Die Qualität der Nachrichten wird auch durch die Methode der „Einbindung“ in Frage gestellt. Dabei wird ein Journalist, der für eine Seite in einem bewaffneten Konflikt arbeitet, von der Armee geschützt. Diese Methode beeinträchtigt die journalistische Neutralität und Integrität, da der Journalist für alle seine Berichte von der Armee abhängt und sich nicht unabhängig bewegen kann.

Die Medien haben einen extrem starken Einfluß und bewährte Methoden zur Formung unserer Einstellungen und Wahrnehmungen. In den letzten zwei Jahrzehnten gab es einen Trend zur Unterhaltung, weg von der Auseinandersetzung mit schwierigen oder problematischen Angelegenheiten. Probleme wie die Zukunft von Medicaid in den USA oder der Staatskrankenhäuser in Großbritannien wurden ignoriert oder unter den Teppich gekehrt. Der von der Boulevardpresse inspirierte Ansatz der Fernsehstationen wurde von den gedruckten Medien übernommen. Fernsehkanäle bestimmen nun die Themen in Europa und Nordamerika und reduzieren die Zeitungen und Magazine auf die Rolle von Kommentatoren, die sich mit dem Auftritt von zweitrangigen Prominenten im Fernsehen beschäftigen. Die Gesellschaft hat ihren Sinn für Proportionen verloren. Heute dreht sich alles darum, Spaß zu haben.

Das Internet ist natürlich keine Ausnahme. Das jüngste Abkommen zwischen Google und dem Besitzer von MySpace.com, Rupert Murdoch (News Corporation) ist vielleicht nur der Anfang.

Es hat nicht lange gedauert! Seit seinem Dementi wurde Google unter Druck gesetzt weil es Websites listet, die jüdische Kontrolle aufzeigen.

Keine politische, religiöse oder ethnische Gruppe sollte sich über Kritik erhaben fühlen..

Die beste Art, falsche oder unfaire Urteile zu bekämpfen ist sicherlich, gegenteilige Beweise vorzulegen.

Jede Methode, Information zu unterdrücken, sei sie betrügerischer oder anderer Art, ist eine Herausforderung an die Pressefreiheit und verletzt Artikel 19 der Deklaration der Menschenrechte, die von der Generalversammlung der UNO am 10. Dezember 1948 in Paris angenommen wurde, und die festlegt, daß:

"jedes Individuum das Recht auf freie Meinungsbildung und -äußerung hat. Dies schließt das Recht ein, für Meinungen, die Suche nach Meinungen und das Empfangen und Veröffentlichen von Meinungen nicht unter Druck gesetzt zu werden, ohne Rücksicht auf Grenzen, Informationen und Ideen und die Art und Weise, in welcher sie ausgedrückt werden."

h3>Afrika - das nächste Ziel

Wie vorausgesagt, ist Afrika nun im Fadenkreuz der globalen Kapitalisten, seien es Politiker, Industrielle oder Drogenkartelle.

Guinea-Bissau - das fünftärmste Land der Welt, hat nun auch die Auszeichnung, der erste Drogenstaat des Kontinents zu sein. Es wurde eine Zwischenstation für den Transport von Kokain von Südamerika nach Europa. Im 19. Jahrhundert hat Europas Hunger nach Sklaven Westafrika verwüstet. Zweihundert Jahre später könnte der zunehmende Hunger nach Kokain den gleichen Effekt haben.

Der Straßenwert der gehandelten Drogen ist weit größer als das Bruttonationalprodukt des Landes. Nach Angaben der UNOCD, wird ein Viertel des in Westeuropa konsumierten Kokains über Westafrika eingeführt. Es hat einen lokalen Großhandelspreis von 1.8 Millionen US Dollar und sein Verkaufswert  in Europa ist etwa 10 mal höher.

Nigerianische Drogenbanden waren seit jeher intensiv im globalen Drogenhandel tätig.

Es scheint, dass Südafrika auch bald wie eine reife Frucht in die Hände der Konzerne fallen wird.

Im Laufe des Jahres 2007 kam eine kleine Truppe von Konzernvertretern zu Besuch: Bill Gates von Microsoft und Jimmy Wales von Wikipedia, gefolgt von Sir Anthony O'Reilly, dem Hauptaktionär von Heinz, der auch Geschäftsführer der Firma Independent News and Media ist, welcher der Cape Argus und ähnliche Zeitungen in Irland, Indien, Großbritannien, Australien und Neuseeland gehören. Der Internationale Beirat von News and Media wurde vor 13 Jahren gegründet um geistige Führung für die internationalen Aktivitäten bereitzustellen und besteht aus führenden Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft aus aller Welt.

O'Reilly ist ein ehemaliger Kunde von Kissingers wirtschaftlichen Informationen. Es ist daher nicht überraschend, dass er ein großer Verfechter des Freihandels ist und meint, alle Länder sollten für ausländisches Kapital offen sein. Er stellte fest, dass 90% der heutigen irischen Exporte von Firmen durchgeführt werden, die es vor 15 Jahren noch gar nicht gab, und die alle aus dem Ausland kamen. Dazu gehören Microsoft, Google, alle großen pharmazeutischen Firmen und eine Reihe von Zulieferern für Produkte von Botox bis Viagra.

Nach seinen Worten zeigt der Nettoimport von Kapital am besten was die Welt von einem Land denkt . Er ist daher erstrebenswert und fördert alle Prozesse der Ermächtigung und Demokratisierung der Wirtschaft, usw. usw. (die gute, alte Standardformel der "Globalisierer").

Es wurde zunehmend klar, wie die Dinge zusammenpassen. Der Streit über den Bau des 2010-Stadiums war plötzlich vorüber, das Elektrizitätsversorgungsunternehmen Eskom konnte den wachsenden Bedarf nicht länger handhaben und griff zu geplanten Stromabschaltungen, der Rand fiel - und wer kam dann zur Rettung herangaloppiert  (allerdings ohne Trommeln und Trompeten)? Kein anderer als Nicolas Sarkozy, der französische Staatspräsident.

Bei diesem Staatsbesuch führte Sarkozy eine Delegation von etwa 40 französischen Konzernführern, von denen Anne Lauvergeon, Geschäftsführerin von Arvea, besonders hervorstach. Arvea leitet ein Konsortium von französischen und südafrikanischen  Firmen, die sich um den Bau von Nuclear 1, einem Atomkraftwerk mit zwei Reaktoren bewerben. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen.

Die französische Entwicklungsagentur unterstützte dieses Projekt französischer Konzerne, indem sie einen Darlehensvertrag für 100 Millionen Euro mit einer Laufzeit von zwanzig Jahren unterzeichnete. Dieser soll einen Teil der Kosten für einen neuen Windenergiepark decken, den Eskom nordwestlich von Vredendal bauen will.

Sarkozy hat angeboten, alle Verteidigungskontrakte für öffentliche Inspektion freizugeben. Es wird sich erst zeigen, ob diese Offenheit auch französische Waffenfirmen wie Thales einschließt, deren lokale Tochterfirmen Thint und Thint Holdings zusammen mit Zuma in einen Waffenhandel-Skandal angeklagt wurden.

Für mehr Information über Konzerne, siehe:www.kayshu.com